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ZOOLOGISCH - BOTANISCHE DATENBANK
 
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  Walter Vöth   * 31.1.1919 Mährisch Schönberg, Sudetenland (CSR) + 20.12.2013 Mödling, Wien   

V. wurde am 31.1.1919 in mährisch Schönberg (CSFR) geboren und legte nach der Schule 1941 die Gärtnermeisterprüfung ab. Mit Kriegsende wurde durch die Tschechoslowakei die väterliche Gärtnerei enteignet und V. nahm 1953 eine Stellung im Botanischen Garten der Universität an und leitete dort bis zu seiner Pensionierung 1980 die Orchideen-Abteilung. Mehr als 10 Jahre lang zeigt V. ein besonderes Interesse für die Bestäuber und Besucher heimischer wie auch griechischer Orchideen und baute sich in dieser Zeit eine ca. 1500 Insekten umfassende Sammlung auf, die ihm, soweit es sich um Bienen handelt, von Ebmer, Schwarz, Tkalcu und F. Gusenleitner bestimmt wurde.


Lebenslauf
Walter Vöth wurde am 31. Jänner 1919 in Mährisch Schönberg, Sudetenland (CSR) in vierter Generation der Gärtnerfamilie Vöth geboren. Besuchte von Kleinkind an schwerhörig die Volks- und. Bürgerschule seiner Heimatstadt und erlernte zwischen 1933 und 1936 den Gärtnerberuf. Für Erweiterung seiner beruflichen Kenntnisse war er in zwei Großgärtnereien in Deutschland tätig und in Wien erweiterte er seine Fertigkeit in der Blumenbinderei. Ab 1937 in der väterlichen Gärtnerei tätig besuchte er Ausbildungslehrgänge für Pflanzenschutz sowie Maschienenlehrgänge für Gärtner. In dieser Zeit bereitete er sich für die Meisterprüfung vor, welche er 1941 in Reichenberg bestand. Wegen seiner Schwerhörigkeit wurde er vom Kriegsdienst zurückgestellt und übernahm 1941 die gärtnerische Leitung des väterlichen Gartenbaubetriebes. Mit Wiedererrichtung der CSR 1945 wurde der Gartenbaubetrieb und der elterliche Besitz von den Tschechen enteignet. 1946 kam Walter Vöth als staatenloser nach Österreich. Mit gärtnerischer Anstellung in der Landwirtschaft wurde ihm 1947 die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. 1948 ging er eine Ehe ein. Ab 1954 war er an der Biologischen Abteilung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte in Wien tätig und wurde 1956 in den Botanischen Garten der Universsität in Wien überstellt. Dort war er bis zu seiner Pensionierung 1980 in der Orchideenabteilung tätig.
Zu seiner beruflichen Tätigkeit mit tropischen Orchideen galt sein persönliches Interesse den heimischen Orchideenarten. Durch Eigeninitiative konnte Walter Vöth mittels Versuchen am Standort von Orchideen den Nachweis erbringen, daß Ophrys von Aussaat am Standort nach drei bzw. vier Entwicklungsjahren erstmals zum Blühen kommen; (Natur und Land 53(2/3):46-48, 1967; abgedruckt in: Die Orchidee 19(3): 131-132, 1968). Die Leitung des Botanischen Gartens ermöglichte asymbiotische Aussaaten von tropischen und europäischen Orchideen vorzunehmen. Es erwies sich, daß tropische epiphytische Orchideen sich leichter als die terrestrischen europäischen Orchideen asymbiotisch aus Samen zu vermehren sind; (Aussaat und Kultur von Serapias parviflora und S. orientalis: 8. Weltorchideen-Konferenz, Palmengarten Frankfurt/Main, 10.-17. April 1975: 351-358, 1976).
Walter Vöth ist ein Gründungsmitglied der am 11.Mai 1949 gegründeten Österreichischen Orchideengesellschaft. Er war von 1966 bis 1974 Vizepräsident dieser Gemeinschaft, ist Inhaber der goldenen Vereinsnadel der österreichischen und auch der deutschen Orchideengesellschaft. Er begründete die Wiener-Niederösterreichische Arbeitsgemeinschaft für heimische Orchideen, leitete diese bis zur Ubergabe 1988 an seinen Nachfolger Mag. B. Schubert.
Walter Vöth fand 1993 am Bisamberg bei Wien eine nicht determinierbare Orchidee. Zu deren Identifizierung am Standort kamen die Herren K. Robatsch, Dr. F. Norden, Mag B. Schubert und der Finder der Orchidee am Bisamberg zusammen. In Anwesenheit aller deklarierte K. Robatsch diese unbekannte Orchidee als Neuheit mit dem Namen Epipactis voethii, (Mitt. Abt. Bot. Landesmus. Joanneum Graz 21/22: 21-26, 1993. Dr. Timpe erweiterte das Vorkommen dieser Sippe durch Standortfunde im Günselgebirge bei Rechnitz. Nach Mitteilungen von Orchideenfreunden erweiterte sich die Verbreitung dieser Sippe auch für Südmähren, Tschechien und Slowakei.
Die Pensionierung gab Walter Vöth die Möglichkeit die zeitraubenden Beobachtungen an Standorten der Orchidee bezüglich der die Bestäubung der Blüten vornehmenden Insekten seine Studien zu machen. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen fanden in diesbezüglichen Veröffentlichungen ihren Niederschlag.
Walter Vöth war auch Mitarbeiter der Bücher: Orchideenkulturen, Herausgeber Dr. Getrude Fast, und Kalt- und Warmhauspflanzen, Herausgeber Dr. e.h. Franz Encke, Ulmer Verlag. Der Autor selbst veröffentlichte: Lebensgeschichte und Bestäuber der Orchideen am Beispiel von Niederösterreich, Stapfia 65. Darüber hinaus schrieb er Veröffentlichungen über heimische und tropische Orchideen, sowie Artikel über diverse Kulturpflanzen für Gärtner und Pflanzenfreunde.
Eigenhändig Walter Vöth 11.6.2007;


# Botaniker; 1 Lebenslauf im botanischen Archiv des Biologiezentrums Linz/Österreich vorhanden
Wildbienenforschung in Österreich (aus Kataloge Oberösterreichisches Landesmuseum, Bd. N.F. 10 [2. Auflage] = Katalog des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum Innsbruck)
Insektenaufsammlungen von Walter Vöth Karl Puchberger kamen ans Biologiezentrum Linz (aus Beitr. Naturkunde Oberösterreichs Bd. 23/1)
Parte Walter Vöth
Österreichs Beitrag zur Erforschung der Türkei (aus Stapfia Bd 34)