A. Ausserer (aus Bonnet 1945)

Prof. Dr. Anton Ausserer

* 5.7.1843 Bozen
† 20.7.1889

Prof. Dr. Anton Ausserer

# Entomologe;
Anton Ausserer (1843-1889): Abb. 13. Auch seine Vita war kurz, arbeits- und entbehrungsreich, ein geräuschloses, nur in wissenschaftlicher Arbeit und in gewissenhafter Pflichterfüllung rastlos thätiges Leben. Geboren in Bozen als zweitältester Sohn eines Büchsenmachers, Gymnasialstudium in Bozen 1855 und damit erste Prägung durch den Naturhistoriker Pater V.M. Gredler, nach dem frühen Verlust der Eltern Lehramts-Studium in Innsbruck 1863-1867. Er hat mit seiner Diplomarbeit (1867) bei Prof. C. Heller die Araneofaunistik in den Nordalpen begründet, die Anzahl der ... nur in der Umgebung von Innsbruck gesammelten Arten grösser ... als die von Doleschall für die ganze Monarchie (p. 138). Der weitere Lebensweg führte Ausserer als Gymnasiallehrer zunächst nach Feldkirch, 1874 nach Graz. Er hat sich als ausgezeichneter Lehrer und Forscher auf dem Gebiete der Arachniden profiliert (HEIDER 1917), besonders durch seine Dissertation zur Systematik der orthognathen Spinnen (1871) als Ergebnis eines Forschungssemesters am Naturhistorischen Museum Wien. Reste seiner Sammlung blieben im Tiroler Landesmuseum erhalten; deren Nachbearbeitung hat erneut die große Kenntnis und sorgfältige Arbeitsweise von Ausserer bestätigt. Abb. 3 zeigt den von ihm bei Innsbruck entdeckten Boden-Weberknecht Histricostoma dentipalpe. (MAURER 1890, BONNET 1945, THALER 1991, 1998). (aus Denisia 8,2003: p. 151).



geb. 5.7.1843 in Bozen, gest. 20.7.1889 in Gleichenberg (Stmk) im 47. Lebensjahr. Dr.- K.u.k. Gymnasial-Professor in Feldkirch und Graz. Arachachnologe.
Erwähnung: THALER & GRUBER 2002 (als Arachnologe Österreichs ,mit Porträt, Abb. 13 und 2 Zitate betreffend Arachnologie Österreichs aus den Jahren 1867 und 1871). -- -- Ne-krologe und Lit.: AUSSERER 1867, AUSSERER 1878, AUSSERER 1885, BONNET 1939, MAURER 1890, OBERKOFLER & GOLLER 1991, THALER 1991. -- Biogr: KREISSL, FRANTZ & GEPP 2002.


AUSSERER Anton
Dr., k.u.k. Gymnasial-Professor in Feldkirch und Graz, *5. Juli 1843 in Bozen, + 20. Juli 1889 in Gleichenberg, Steiermark, im 47. Lebensjahr.

Tiergruppen: vorwiegend Arachnida

Vorbemerkung: Mit den nachfolgenden Zeilen wird versucht, einen knappen Überblick über Leben und Leistungen von Prof. Dr. Anton AUSSERER zu geben und diesen namhaften Spinnenforscher somit auch hier zu führen. Den Arachnologen war und ist sein Name international ein Begriff - in der lokalen Literatur über die in Graz bzw. in der Steiermark tätig gewesenen Zoologen scheint sein Name jedoch seit langem nicht mehr auf und in jener Liste, welche die Grundlage für die in diesem Kapitel enthaltenen Biographien war, fehlte er zunächst auch. So wäre AUSSERER beinahe ein Beispiel für das Übersehen von Persönlichkeiten geworden, und es ist seiner in den Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereines für Steiermark veröffentlichten Arbeit von 1878 zu verdanken, daß der Autor sich um Nachforschungen bemühte. Hiebei zeigte sich wieder einmal, daß es sehr wohl Unterlagen (sogar recht eingehende) gibt. Alle diesbezüglichen Angaben verdanken die Autoren Herrn Univ.-Doz. Dr. Konrad THALER vom Zoologischen Institut der Universität Innsbruck, der liebenswürdigerweise nicht nur die entsprechenden Hinweise gab, sondern auch benötigte Kopien aus hierorts nicht vorhandenen Werken zur Verfügung stellte. Für diese entscheidende Hilfe sehr herzlichen Dank!

Aus AUSSERERs Lebenslauf sei hier nur in knapper Form herausgegriffen: Die wichtigsten Abschnitte in seinem Leben waren seine Schul- und Gymnasialzeit in seiner Vaterstadt Bozen, sein anschließendes Studium der Naturwissenschaften an der Universität Innsbruck, 1868 seine Bestellung zum Lehrer am Obergymnasium in Feldkirch und 1874 seine Ernennung zum Professor am 1. Staatsgymnasium in Graz.

Schon als Gymnasiast hatte Anton AUSSERER, der früh Waise geworden war, mit wirtschaftlicher Not zu kämpfen, die auch den Beginn seines Universitätsstudiums überschattete und erst durch ein Stipendium behoben wurde. Dieses Stipendium erhielt AUSSERER nach einer 1865 eingereichten, preisgekrönten Arbeit über Spinnen, die 1867 veröffentlicht wurde.

In den Jahren der Not, in denen AUSSERER seinen Lebensunterhalt vor allem mit Nachhilfestunden verdiente, zog er sich eine Lungenerkrankung zu, mit der er sein Leben lang zu kämpfen hatte und der er schließlich allzufrüh erlag. Trotz dieser schweren Behinderung wurde AUSSERER wegen seiner Forschungen auf dem Gebiet der Spinnenkunde und durch seine zahlreichen Veröffentlichungen eine auch international anerkannte Kapazität auf diesem Gebiet. Näheres über seine hervorragenden Leistungen und Veröffentlichungen und ebenso über AUSSERER als Lehrer und Mensch wurde von seinem Grazer Direktor Dr. Ferdinand MAURER, mit dem er befreundet war, in einem sehr kundig und warmherzig geschriebenen Nachruf festgehalten.

Faunistische Leistungen: Obwohl AUSSERERs spinnenkundliche Arbeiten hauptsächlich der Morphologie und Taxonomie galten, hat er doch auch in faunistischer Hinsicht Wichtiges hinterlassen, so vor allem mit seiner Arbeit von 1867 über die Arachniden Tirols. Erfreulicherweise ist, wie sich bei Nachforschungen herausstellte, auch AUSSERERs Sammlung erhalten geblieben und ermöglicht so höchst wertvolle Studien und Aufschlüsse vor allem in faunistischer und taxonomischer Hinsicht (Näheres dazu vgl. THALER K. 1991).

Im Nachruf für Anton AUSSERER wird u.a. angegeben, er habe 1869 bei der 43. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Innsbruck (bei der er Lokalsekretär und Schriftführer der Zoologischen Sektion war) mehrere Vorträge gehalten, so auch "Über die Verbreitung der Netzflügler in Tirol" (Tagbl., S. 201). Hier liegt allerdings ein Irrtum vor, denn Vortrag und Bericht über die Netzflügler von Tirol stammen, wie freundlicherweise Univ.-Doz. Dr. THALER mitteilte, von Anton AUSSERERs Bruder Karl (vgl. auch THALER 1991:157).

Für die Steiermark finden sich in AUSSERERs spinnenkundlichen Arbeiten leider keine faunistischen Angaben. Um AUSSERER, diesen hervorragenden Gelehrten und beispielhaften Menschen, auch unter den „Steirischen Faunisten“ führen zu können, muß ein kurzer faunistischer Artikel herangezogen werden, in dem AUSSERER aufgrund einer Beobachtungsnotiz von Lehrer Viktor KONSCHEGG (dem Vater des Koleopterologen Viktor KONSCHEGG) über das Massenauftreten eines Urinsektes in Aussee im März 1884 berichtete.

Literatur: AUSSERER 1867; AUSSERER 1878; AUSSERER 1885; BONNET 1939; MAURER, F. 1890: Nachruf an Dr. Anton AUSSERER. - Jber. k. u. k. 1. Staats-Gymnasium Graz, über das Studien-Jahr 1890 Graz. OBERKOFLER & GOLLER 1991; THALER 1991.

Kurzangaben zu Anton Ausserer, aus Tarmann & Thaler-Knoflach (2008) Autor Verh. k.k. zool.-bot. Ges. Wien;
Arachnologische Forschung in Österreich, Stand 2003 (aus Denisia, Bd. 8)

Show condensed biography

back

Find out more

Find out more about this person.

All collected specimens:

All determined specimens (including re-identifications):

All specimens in the collection:

All publications: