links Alfred Aron, rechts Eugen Bregant; Bild Archiv: Hedda Bregant

Landesbeamter i.R. Eugen Bregant

* 5.1.1937 Graz
† 3.6.2003

Landesbeamter i.R. Eugen Bregant

# Zoologe;
A-8010 Graz, Billrothg. 30 - *1937 in Graz, + 2003 - Landesbeamter i. R. - vorwiegend in der Steiermark und im Burgenland tätig.
Coleoptera (Buprestidae: ca. 5.000 Belege), Hymenoptera (Formicidae, Vespoidea, Chrysididae) - 1 steiermarkbezogene Publikation, 8 Zitate in "Faunist. Lit. d. Stmk" p: 27 - Sammlungsbestände: Buprestidae (5.000 Stmk., 5.000 Ö), Hymenoptera (ca. 8.000 Stmk, 5.000 Ö). Sammlung im Biologiezentrum Linz.
(Erfassungsstand 2002)



Am 3. Juni 2003 verstarb Eugen BREGANT nach langer Krankheit im 67. Lebensjahr. Er war ein ausgezeichneter Kenner der heimischen Insektenwelt und der heimischen Farn- und Blütenpflanzenflora. Mit seinen Kenntnissen sowie durch seine intensive Geländearbeit und Sammeltätigkeit hat er sehr viel zur faunistischen und floristischen Erforschung und Dokumentation der Steiermark beigetragen. Das Interesse am Erwerb von Artenkenntnis durch Beobachten und systematisches Sammeln, vor allem von heimischen Insekten, hat sein Naturgeschichtelehrer am Gymnasium, Dr. Leopold WIESMAYR, in ihm geweckt. Es galt einerseits den Käfern, ganz besonders den Prachtkäfern (Buprestidae) und den Plattkäfern (Cucujidae), andererseits den Hautflüglern. Unter letzteren haben besonders die Goldwespen (Chrysididae), die Faltenwespen (Vespidae), Grabwespen (Sphecidae), Bienen (Apoidea) und die Ameisen (Formicidae) seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Darüber hinaus waren seine Kenntnisse, schon von jungen Jahren an, speziell bei den Käfern auch ganz allgemein als außergewöhnlich gut zu bezeichnen. Die Freude an dieser Tätigkeit ist ihm geblieben, auch als sich seine Ausbildung und sein beruflicher Werdegang anfangs in eine ganz andere Richtung entwickelten. Die Entomologie blieb sein Hobby und später hatte er das Glück, auf Grund seiner diesbezüglichen Kenntnisse eine Anstellung an der Abteilung für Zoologie des Landesmuseums Joanneum zu erlangen. Eugen BREGANT wurde am 5. Jänner 1937 als einziges Kind des Ehepaares Eugen und Josefine BREGANT in Graz geboren. Sein Vater, zuletzt Generalmajor im Österreichischen Bundesheer, starb noch vor seiner Geburt am 18. November 1936. Kriegsbedingt besuchte er die Volksschule ab 1943 zuerst in Langegg, dann in Gabersdorf sowie nach Kriegsende in Graz. Hierauf folgte der Besuch des 5. Bundesrealgymnasiums in Graz, wo er im Jahre 1956 maturierte. Im Herbst des Jahres 1956 begann er mit dem Studium der Fachrichtung Bergwesen an der Montanistischen Hochschule in Leoben. In den Ferien vor Studienbeginn sowie in den folgenden Semesterund Sommerferien arbeitete er als Ferialarbeiter im Bergbau Fohnsdorf unter Tag, in einer Kohlengrube im Ruhrgebiet, im Kohlenbergbau Seegraben bei Leoben und bei der Österreichischen Mineralölverwaltung in Neusiedl an der Zaya in der Erdölförderung. Im Jahre 1958 heiratete Eugen BREGANT Hedda REININGER, gab sein Studium an der Montanistischen Hochschule in Leoben auf und übersiedelte nach Graz, wo er an der Universität das Lehramtsstudium Naturgeschichte aufnahm. 1959 kam das erste Kind, Marina Barbara, zur Welt. In der Folge zwangen ihn wirtschaftliche Probleme, sein Naturgeschichte-Studium zu unterbrechen und eine Beschäftigung in einem Bauunternehmen aufzunehmen, in dem er 1965 die Führung des technischen Archivs mit einer umfangreichen Lochkartei übernehmen konnte. Im Jahre 1967 kam Sohn Aldo Eugen zur Welt.
Auf der Suche nach Literatur, Vergleichsmaterial und vor allem auch nach fachlichen Kontakten für seine Leidenschaft, die Beschäftigung mit Insekten, traf er erstmals im Jahre 1958 mit Dr. Erich KREISSL von der damaligen Abteilung für Tier- und Pflanzenkunde des Landesmuseums Joanneum zusammen. Die Verbindungen zum Joanneum haben sich in der Folge verfestigt. Dr. KREISSL konnte Eugen BREGANT für die insektenkundliche Erforschung der Steiermark und für Arbeiten an den Sammlungen gewinnen. Schließlich erhielt er im Jahre 1974 an der inzwischen selbstständig gewordenen und von Dr. KREISSL geleiteten Abteilung für Zoologie eine Anstellung im gehobenen Dienst an Museen. Ziemlich bald kam es allerdings zwischen ihm und seinem Mentor Dr. KREISSL zu erheblichen Differenzen. Im Jahr 1979 wurde Eugen BREGANT seitens der Museumsleitung ein Wechsel an die Abteilung für Botanik ermöglicht. Da für ihn als Buprestiden-Spezialist Kenntnisse der Wirtspflanzen schon immer von Wichtigkeit waren, hat er sich sehr schnell in sein neues Arbeitsgebiet hineingefunden. Mit der Betreuung des Herbariums, insbesondere der Farn- und Blütenpflanzen- Sammlung, sowie mit den Redaktionsarbeiten für die Publikationen der Abteilung und Gestaltung von Ausstellungen betraut, stürzte er sich mit Feuereifer in die Erweiterung seiner Kenntnisse der Farn- und Blütenpflanzenflora der Steiermark. Mit den Vorzügen eines scharfen Auges und eines bemerkenswerten Formengedächtnisses ausgestattet, entwickelte er sich bald zu einem ausgezeichneten Kenner der Farn- und Blütenpflanzenflora. Mit Begeisterung hat er an den Geländearbeiten zur floristischen Erforschung und Dokumentation der Steiermark teilgenommen, die von der Abteilung für Botanik gemeinsam mit der Floristisch-geobotanischen Arbeitsgemeinschaft im Naturwissenschaftlichen Verein für Steiermark im Rahmen des Projektes der "Kartierung der Flora Mitteleuropas" in der Steiermark betrieben wurden. Schließlich hat er auch über seine Dienstverpflichtung hinaus in der Freizeit mit namhaften Pflanzenkennern wie Willibald MAURER und Prof. Mag. Helmut MELZER der floristischen Erforschung des östlichen Österreichs und angrenzender Gebiete dienende Exkursionen durchgeführt. Gegen Ende des Jahres 1994 erkrankte er sehr schwer und musste sich nach einem einjährigen Krankenstand gegen Ende des Jahres 1995 in den Ruhestand versetzen lassen. Als sich sein Gesundheitszustand wieder einigermaßen gebessert hatte, setzte er seine floristische und vor allem entomofaunistische Tätigkeit fort. Sogar ein erster, leichter Schlaganfall konnte diese wegen beeinträchtigter Gehfähigkeit nur einschränken, aber nicht verhindern. Ein zweiter Schlaganfall bedeutete aber dann das Ende seiner über alles geliebten Arbeit. Die Insektensammlung von Eugen BREGANT erhielt nach seinem Tode das Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz, mit dessen Entomologen ihn schon über viele Jahre enge freundschaftliche und wissenschaftliche Kontakte verbunden haben. An das Landesmuseum Joanneum übergab Eugen BREGANT schon zu Lebzeiten eine umfangreiche Grabwespensammlung sowie eine beträchtliche Anzahl ostösterreichischer Wildbienen. Leider konnte es Eugen BREGANT nicht mehr erleben, dass eine neu entdeckte Tierart ihm zu Ehren benannt wurde, nämlich die Milbe Imparipes breganti EBERMANN & HALL, 2004 (Acari, Heterostigmata, Scutacaridae) - siehe EBERMANN E. & HALL M. 2004: A new species of scutacarid mites transferring fungal spores [Acari, Tarsonemina]. - Revue suisse Zool. 111(4): 941-950.


(aus ERNET D. & K. ADLBAUER, Joannea Bot. 4: 9-14 (2005), Graz, Austria)
Hymenoptera-Sammlung Eugen Bregant kam ans Biologiezentrum Linz (aus Beitr. Naturkunde Oberösterreichs Bd. 23/1)
Nachruf Eugen Bregant (aus Joannea Botanik Bd 4)
Hymenopterenforschung im Karpatenbecken (aus http://www.smmi.hu/termtud/ns/ns.htm)

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