Namen zum Bild - Museumsbedienstete 1933

Museumsdirektor i.R. Dr. phil. Theodor Kerschner

* 30.6.1885 Urfahr
† 16.4.1971

Museumsdirektor i.R. Dr. phil. Theodor Kerschner

Objekte für Sammlung Biologiezentrum gesammelt,


# Kustos d. nat. wiss. Abt., Ornithologie;
Wurde am 20. Mai 1914 als wissenschaftlicher Beamter am Museum angestellt.
Besuchte die Schule in Linz und studierte Zoologie an der Universität Graz. Ab 1913 am OÖ. Landesmuseum, war Th. KERSCHNER von 1914 bis 1945 Leiter der biologischen Abteilung, 1937 bis 1945 Direktor des OÖ. Landesmuseums. Sein Hauptinteresse galt der Wirbeltiersammlung, der Landesfaunistik, dem Naturschutz, der Jagd und Fischerei. Er legte nach seiner Entlassung 1945 das wirbeltierfaunistische "Archiv KERSCHNER" an, das von Dr. G. MAYER und Dr. G.Th. MAYER weitergeführt wurde. Nachruf: G. MAYER (1972a).


geb. 30.6.1885 in Linz, gest. 16.4.1971 in Linz
Disstertation am Institut für Zoologie der Universität Graz, 1913: Die Entwicklungsgeschichte des männlichen Kopulationsapparates von Tenebrio molitor L. Zool. Jb. 36.
Dissertation über männliche Genitalstrukturen des Mehlkäfers (Zool. Jb. 36 [1913]).
Zoologie u. später Direktor des OÖ Landesmuseums.


Theodor Kerschner
Am Freitag, dem 16. April 1971, zwei Monate vor Vollendung seines 86. Lebensjahres, ist Dr. Theodor Kerschner gestorben. Mit ihm ist eine Persönlichkeit von uns gegangen, die auf vielen Gebieten der Biologie in Oberösterreich bahnbrechend gewirkt hat.
Kerschner wurde am 30. Juni 1885 in Urfahr geboren, besuchte in Linz die Realschule und studierte anschließend von 1904 bis 1910 an der Karl-Franzens-Universität zu Graz Zoologie. 1906/07 unterbrach ein Studienaufenthalt auf der damals noch weitgehend unbekannten Insel Korsika sein Studium. Dieser Aufenthalt dürfte wohl dem Studenten die Probleme der Faunistik nahegebracht haben, denen dann die Lebensarbeit des Wissenschaftlers galt. Bereits als Mittelschüler kam er zur Zeit von Andreas Reischek mit dem Museum Francisco-Carolinum in Linz in Berührung, wurde 1913 Mandatar und 1914 als wissenschaftlicher Beamter Vorstand der biologischen Abteilungen. Der Erste Weltkrieg unterbrach sehr bald seine Tätigkeit; Kerschner stand 1915-1918 mit dem Artillerieregiment 40 im Feld. Zurückgekehrt, nahm er seine Tätigkeit am Museum wieder auf. Von 1937 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1945 war er Direktor dieser Anstalt.
Den Werdegang der Person Kerschners schildern, heißt, die Geschichte der naturwissenschaftlichen Studiensammlung des Museums schreiben. Jeder, der mit den Sammlungen des Oberösterreichischen Landesmuseums in irgendeiner Form zu tun hat, spürt deutlich, wie 1914 die durchgreifend ordnende und aufbauende Hand Kerschners wirksam wird. Dies ist nicht von ungefähr. Kerschner war der erste wissenschaftliche Biologe an diesem Museum. Vor ihm wurden die Sammlungen von ehrenamtlichen Referenten des Musealvereines betreut. Der Vorgänger Kerschners in dieser Funktion hielt an dem Gedanken einer reinen "Lehrsammlung" - wir würden heute Schausammlung sagen - fest, und es genügte, wenn von allen heimischen Tierarten jeweils einige Exemplare vorhanden waren. Es war dabei belanglos, ob an den Stücken Fundorte und Daten vermerkt waren oder nicht. Dies hatte zur Folge, daß an den meisten Stücken diese Angaben fehlten und sie dadurch als wissenschaftliche Belege vollständig wertlos waren. Kerschner schuf hier einen gründlichen Wandel. Es war ihm klar, daß ein Museum neben der belehrenden eine zweite, mindestens ebenso wichtige Aufgabe zu erfüllen hat: Es ist als wissenschaftliche Zentrale eines Landes berufen, die Durchforschung dieses Landes zu organisieren und das dazu notwendige Belegmaterial zu beschaffen und aufzubewahren. Die genaue Kenntnis der Natur eines Landes ist aber die wesentlichste Voraussetzung einer sinnvollen Nutzung und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen seiner Bewohner. Den oben umrissenen Aufgaben widmete sich Kerschner voll und ganz. Auf seine Initiative geht die Gründung der entomologischen Arbeitsgemeinschaft im Jahre 1921 und damit im Zusammenhang die Schaffung einer umfangreichen Insektensammlung zurück. Auf botanischem Gebiet gelangten unter Kerschner neben laufenden Einlieferungen eine Reihe von großen Herbarien, wie beispielsweise die von Ritzberger, Petri, Rezabeck und Hinteröcker an das Landesmuseum. 1931 wurde eine botanische Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die die Betreuung, Vermehrung und Auswertung dieses Materials zur Aufgabe hatte.
Das persönliche Arbeitsgebiet Kerschners waren jedoch Wirbeltiere, im besonderen Säugetiere und Vögel. Durch regen Briefwechsel und persönliche Vorsprachen wurden Sammler gewonnen und eine Studiensammlung ausgebaut, die in den österreichischen Bundesländern einmalig ist. Ungefähr 10 000 Bälge und Präparate von Säugetieren und Vögeln wurden Stück für Stück zusammengetragen. Eine Reihe von Sammlungen konnte als Ganzes erworben werden, wie die Eiersammlung Brittingers, die Sammlung von Greifvögeln und Eulen der Welt von Angele und zuletzt eine umfangreiche Sammlung oberösterreichischer Vögel von Roth. Es versteht sich bei Kerschner von selbst, dass all dieses Sammlungsgut mustergültig beschriftet ist und vorbildlich geführte Protokolle über die Sammlungen bestehen.
Die Sammlungen allein stellen zwar eine wertvolle Grundlage für die Erforschung der Tierwelt eines Landes dar, sie müssen aber durch Beobachtungen in der Natur ergänzt werden. Kerschner sammelte daher nicht nur Belegstücke, sondern legte auch eine Kartei von Beobachtungen und Literaturzitaten an - und zwar zum größten Teil in seiner freien Zeit. Es ist mir nicht möglich, den Umfang dieser Zettelkartei in Zahlen auszudrücken, jedenfalls waren 12 große Karteikästen zu ihrer Unterbringung fast zu wenig. Die Arbeit an dieser Kartei hat Kerschner eigentlich bis zu seinem Tode nicht eingestellt. Auch als er 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht interniert wurde, unterbrach er diese Arbeit nicht. Aus der Internierungszeit stammt übrigens auch eine wertvolle Zusammenfassung der Problemstellungen zu einer Vogelfauna Oberösterreichs, die heute eine der wichtigsten Grundlagen auf diesem Gebiet darstellt. Ungefähr 1962 hat Kerschner - ungleich manchen anderen Wissenschaftlern, die ihre Aufzeichnungen wie Geheimdokumente hüten -, um die Kontinuität seiner Arbeit zu sichern, seine gesamten Aufzeichnungen an mich weitergegeben. Es ist mir ehrenvolle Verpflichtung, dieses Gut zu wahren und zu mehren. Nicht nur Sammlungen und Aufzeichnungen gab Kerschner weiter. Durch die Weitergabe seiner reichen Erfahrung wurde er Lehrer und Berater unserer Generation.
Selbst von Jugend an Waidmann, kam Kerschner auch durch sein spezielles Arbeitsgebiet in enge Verbindung zur Jägerschaft. Beratend und schulend war er in diesem Kreise tätig.
Jeder, der sich mit der Tierwelt eines Landes beschäftigt, wird zwangsläufig mit der Tatsache konfrontiert, daß viele Tierarten in ihrer Zahl zurückgehen oder ganz verschwinden. Damit ist aber automatisch eine Verbindung zum Naturschutz gegeben. So befaßte sich auch Kerschner mit Fragen des Schutzes von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume. Er war von 1926-1941 Landesbeauftragter für Naturschutz und in dieser Funktion an der Abfassung der ersten oberösterreichischen Naturschutzverordnung maßgebend beteiligt. In den Jahren um 1950 bemühte er sich um den Schutz der Auhirsche und die Schaffung eines Aureservates zwischen Linz und Enns - leider blieben diese Bemühungen ohne Erfolg.
Dr. Theodor Kerschner ist von uns gegangen. Mehr als 60 Jahre seines Lebens waren der Erforschung und Erhaltung der heimischen Natur gewidmet. Er legte das Fundament, an uns ist es, weiterzubauen.
aus Mayer G., 1972: Theodor Kerschner 30.6.1885-16.4.1971. - Jb.OÖ.Mus.-Ver. 117/II: 17-19.


Ein Leben für die Erforschung der heimischen Natur
Dr. Theodor Kerschner - 80 Jahre alt
Am 30. Juni d. J. vollendet Dr. Theodor Kerschner, Museumsdirektor i. R., das achtzigste Lebensjahr. 1885 in Urfahr geboren, besuchte er in Linz die Realschule und studierte anschließend von 1904 bis 1910 an der Karl-Franzens-Universität zu Graz Zoologie. 1906/07 unterbrach ein Studienaufenthalt in dem damals noch weitgehend unbekannten Korsika sein Studium. Dieser Aufenthalt dürfte wohl wesentlich dazu beigetragen haben, ihm die Probleme der Faunistik nahezubringen, denen seine ganze weitere Arbeit galt. Bereits als Mittelschüler kam er zur Zeit Andreas Reischeks mit dem Museum Francisco-Carolinum in Linz in Berührung, wurde 1913 Mandatar und 1914 als wissenschaftlicher Beamter Vorstand der biologischen Abteilungen. Der erste Weltkrieg unterbrach sehr bald seine Tätigkeit, Kerschner stand 1915 bis 1918 mit dem Artillerieregiment 40 im Felde. Zurückgekehrt, nahm er seine Tätigkeit am Museum wieder auf. Von 1937 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1945 war er Direktor dieser Anstalt.
Den Werdegang Kerschners schildern, heißt die Geschichte der naturwissenschaftlichen Studiensammlungen des Museums schreiben. Jeder, der mit den Sammlungen des Oberösterreichischen Landesmuseums in irgend einer Form zu tun hat, spürt deutlich, wie 1914 die durchgreifend ordnende und aufbauende Hand Kerschners wirksam wird. Dies ist nicht von ungefähr. Kerschner war der erste wissenschaftliche Biologe an diesem Museum. Vor ihm wurden die Sammlungen von ehrenamtlichen Referenten des Musealvereines betreut. Der Vorgänger Kerschners in dieser Funktion, Munganast, hielt an dem Gedanken einer reinen "Lehrsammlung" - wir würden heute Schausammlung sagen - fest und es genügte, wenn von allen heimischen Tierarten jeweils einige Exemplare vorhanden waren. Es war dabei belanglos, ob an den Stücken Fundorte und Daten vermerkt waren oder nicht. Dies hatte zur Folge, dass an den meisten Stücken diese Angaben fehlten und sie dadurch als wissenschaftliche Belege vollständig wertlos waren. Kerschner schuf hier gründlich Wandel. Es war ihm klar, dass ein Museum neben der belehrenden eine zweite, mindestens ebenso wichtige Aufgabe zu erfüllen hat: Es ist, als wissenschaftliche Zentrale eines Landes, berufen, die Durchforschung dieses Landes zu organisieren und das dazu notwendige Belegmaterial zu beschaffen und aufzubewahren. Die genaue Kenntnis der Natur eines Landes ist aber die wesentlichste Voraussetzung einer sinnvollen Nutzung und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen seiner Bewohner. Den oben umrissenen Aufgaben widmete sich Kerschner voll und ganz. Auf seine Initiative geht die Gründung der entomologischen Arbeitsgemeinschaft im Jahre 1921 und damit im Zusammenhang die Schaffung einer umfangreichen Insektensammlung zurück. Auf botanischem Gebiet gelangten unter Kerschner neben laufenden Einlieferungen eine Reihe von großen Herbarien, wie beispielsweise die von Ritzberger, Petri, Rezabeck und Hinteröcker, an das Landesmuseum. 1931 wurde eine botanische Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die die Betreuung, Vermehrung und Auswertung dieses Materials zur Aufgabe hatte.
Das persönliche Arbeitsgebiet Kerschners waren jedoch die Wirbeltiere, besonders Säugetiere und Vögel. Durch regen Briefwechsel und persönliche Vorsprachen wurden Sammler gewonnen und eine Studiensammlung ausgebaut, die in den österreichischen Bundesländern einmalig ist. Ungefähr 10.000 Bälge und Präparate von Säugetieren und Vögeln wurden Stück für Stück zusammengetragen. Eine Reihe von Sammlungen konnte als Ganzes erworben werden, wie die Eiersammlung Brittingers, die Sammlung von Greifvögeln und Eulen der Welt von Angele und zuletzt eine umfangreiche Sammlung oberösterreichischer Vögel von Roth. Es versteht sich bei Kerschner von selbst, dass alles dieses Sammlungsgut mustergültig beschriftet ist und vorbildlich geführte Protokolle über die Sammlungen bestehen.
Die Sammlungen allein stellen zwar eine wertvolle Grundlage für die Erforschung der Tierwelt eines Landes dar, sie müssen aber durch Beobachtungen in der Natur ergänzt werden. Kerschner sammelte daher nicht nur Belegstädte, sondern legte auch eine Kartei von Beobachtungen und Literaturzitaten an - und zwar zum größten Teil in seiner freien Zeit. Es ist mir nicht möglich, den Umfang dieser Zettelkartei in Zahlen auszudrücken, jedenfalls waren 12 große Karteikästen zu ihrer Unterbringung fast zu wenig. Die Arbeit an dieser Kartei hat Kerschner eigentlich bis heute nicht eingestellt. Auch als er 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht interniert wurde, unterbrach er diese Arbeit nicht. Aus der Internierungszeit stammt übrigens auch eine wertvolle Zusammenfassung der Problemstellungen zu einer Vogelfauna Oberösterreichs, die heute eine der wichtigsten Grundlagen auf diesem Gebiet darstellt. In den letzten Jahren hat Kerschner - ungleich manchen anderen Wissenschaftlern, die ihre Aufzeichnungen wie Geheimdockumente hüten - um die Kontinuität seiner Arbeit zu sichern, seine gesamten Aufzeichnungen an mich weitergegeben. Es ist mir ehrenvolle Verpflichtung, dieses Gut zu wahren und zu mehren. Jedoch nicht nur Sammlungen und Aufzeichnungen gab Kerschner weiter. Durch die Weitergabe seiner reichen Erfahrung wurde er Lehrer und Berater unserer Generation.
Selbst von Jugend an Weidmann, kam Kerschner auch durch sein spezielles Arbeitsgebiet in enge Verbindung zur Jägerschaft. Beratend und schulend war er in diesem Kreise tätig.
Jeder, der sich mit der Tierwelt eines Landes beschäftigt, wird zwangsläufig mit der Tatsache konfrontiert, dass viele Tierarten in ihrer Zahl zurückgehen oder ganz verschwinden. Damit ist aber automatisch eine Verbindung zum Naturschutz gegeben. So befasste sich auch Kerschner mit Fragen des Schutzes von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume. Er war von 1926 bis 1941 Landesbeauftragter für Naturschutz und in dieser Funktion an der Abfassung der ersten oberösterreichischen Naturschutzverordnung maßgebend beteiligt. In den Jahren um 1950 bemühte er sich um den Schutz der Auhirsche und der Schaffung eines Aureservates zwischen Linz und Enns - leider blieben diese Bemühungen ohne Erfolg.
Dr. Theodor Kerschner vollendet sein achtzigstes Lebensjahr. Mehr als sechzig Jahre waren der Erforschung und Erhaltung der heimischen Natur gewidmet. Er legte das Fundament, an uns ist es, weiterzubauen. Möge dem Jubilar noch manches Jahr vergönnt sein, möge es uns vergönnt sein, ihn noch manches Jahr als Lehrer und Berater in unserer Mitte zu wissen.
aus Mayer G., 1965: Dr. Theodor Kerschner - 80 Jahre alt. - OÖ. Kulturber. 19/22, 25. Juni 1965.


Dr. Theodor Kerschner - 70 Jahre
Der als Zoologe und Naturschützer gleichermaßen verdiente und bekannte Museumsdirektor i. R. Dr. Theodor Kerschner feiert am 30. Juni 1955 seinen 70. Geburtstag. 1885 in Urfahr geboren, besuchte er die Realschule in Linz und die Universität in Graz, wo er zum Doktor phil. promoviert wurde. Seit 1906 war er im Vorstand der naturwissenschaftlichen Abteilung des Oberösterreichischen Landesmuseums Linz, seit 1936 außerdem Direktor dieses großen Institutes, und zwar bis zum Jahre 1945. Direktor Kerschner verdankt die biologische Abteilung ebenso vielfältige wie umfangreiche eigene Sammlungen sowie die Einbringung wertvoller Sammelergebnisse anderer Forscher so zum Beispiel das Weltmaterial Theodor Angeles. Das große Interesse an der Tierwelt von verschiedenen Provinzen innerhalb der paläarktischen Zone führte ihn auf wissenschaftliche Reisen durch Nordwesteuropa, Südeuropa und Nordafrika. In der Heimat stand er, großzügig auch seine Freizeit nicht schonend, für Planungsarbeiten des Landesnaturschutzes ebenso zur Verfügung wie auch für Schulung und Beratung der oberösterreichischen Jägerschaft auf dem Gebiete der Jagdzoologie. Die Freunde der Naturwissenschaften Oberösterreichs und insbesondere von Linz übermitteln dem Jubilare auf diesem Wege in dankbarer Anerkennung ihre besten Wünsche.
aus Anonymus, 1955: Dr. Theodor Kerschner - 70 Jahre (Anm.: Laudatio). - Linzer Volksblatt Nr. 148, 29. Juni 1955: 6.


# Botaniker; 12 Publikationen, 2 Nachrufe im botanischen Archiv des Biologiezentrums Linz/Österreich vorhanden

Nachruf Kerschner Theodor von aus: Yb. OÖ. Mus. Ver. 1972, 117 Bd., II Berichte, 17-19
Bereits als Mittelschüler kam er zu A. REISCHEKs Zeiten mit dem Museum Francisco-Carolinum der Geburtsstadt in Berührung und verspürte dort erwachende biologische Regungen. Der Vater, Besitzer einer Seifensiederei, ermöglichte ihm das 1904 in Graz begonnene naturwissenschaftliche Studium, das er 1913 mit der Promotion abschloß, um 1914 als erster wissenschaftlich geschulter Fachmann die Betreuung der bis dahin ehrenamtlich verwalteten reinen Schausammlung der naturkundlichen Abteilung des Landesmuseums von Linz zu übernehmen. Von 1937 bis 1945 war er Direktor des Museums und daneben von 1926 bis 1941 auch Landesbeauftragter für den Naturschutz in Oberösterreich. Die Warnung eines seiner Hochschullehrer von der Verzettelung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Kleinarbeiten bestimmte früh die Zielrichtung des Zoologen: Ein die Wirbeltiere der Heimat darstellendes Werk schwebte ihm als Lebensaufgabe vor. Harter Daseinskampf vor allem nach dem 2. Weltkrieg vereitelte die Reifung seiner Pläne. Doch hinterließ er in der Rolle des Pioniers der Faunistik weiterwirkende Spuren. Sie belegen eine unermüdliche Sammeltätigkeit. An den persönlichen Einsatz erinnern etwa 10 000 neue Bälge und Präparate von Säugetieren und Vögeln. Diese Schätze wurden ergänzt durch die Eiersammlung von Ch. BRITTINGER, die Sammlung von Greifvögeln und Eulen von Th. ANGELE und die Sammlung der o.-ö. Vögel von J. ROTH. Daneben legte er eine in ihrer Fülle kaum überschaubare Zettelkartei von Einzelbeobachtungen und Literatur-Zitaten an, die er 1962 der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft von O.Ö. zur weiteren Auswertung überließ. Die ausgesprochen museale Arbeitsrichtung gestattete ihm - trotz aller Aufgeschlossenheit - kaum den erforderlichen Spielraum für die landschaftlich gebundene Vogelforschung. Sehr gering ist daher die Zahl seiner ornithologischen Verlautbarungen: "Verbreitung einzelner Vogelarten in O.-Ö." (Naturk. Mitt. Aus O.-Ö. 1, 1949 u. 2, 1950), "D. Türkentaube ... In O.-Ö." (ebendort 2, 1950), "Schlafplatz v. Starenschwärmen neben einer verkehrsreichen Straße im Weichbild v. Linz a.D." ((Jubiläums-Jb. 1960/61 d. Österr. Arbeitskreises für Wildtierforschung). - Lit.: Würdigung (von Gerald MAYER). Amtl. Linzer Ztg. V. 25.6.1965, Folge 22 (mit Bildnis). - Nachruf (von dems.). Jb. D. O.-Ö. Musealvereins 117, 1971 u. Egretta 14, 1971 (1973), S. 61. - Nachruf (von Gertrud MAYER). Mitt. D. O.-Ö. Musealvereins, Folge 2, 1971.
Theodor Kerschner zum 80er
Biografie Theodor Kerschner
Nachruf Theodor Kerschner (aus Egretta Bd. 14/2)
Nachruf Theodor Kerschner (aus Egretta, Bd. 14)
Todesanzeige Theodor Kerschner (aus Egretta, Bd. 14)
Theodor Kerschner, Mitentwickler des Östereichischen Naturschutzbundes (aus Natur & Land Bd 60)
Nachruf Theodor Kerschner (aus Mitt. Oberösterr. Musealverein Heft 1/2)
Kurzdaten Theodor Kerschner (aus Krackowizer-Berger, Biographisches Lexikon des Landes Oberösterreich ob der Enns, 1931)
Nachruf Theodor Kerschner (aus Jb. Oberösterr. Musealver. 111b)
50 Jahre Ornithologische Arbeitsgemeinschaft am Oberösterreichischen Landesmuseum/Biologiezentrum (aus Vogelkdl. Nachr. Oberösterreich - Naturschutz aktuell, SB 2000)

Show condensed biography

back

Find out more

Find out more about this person.

All collected specimens:

All determined specimens (including re-identifications):

All specimens in the collection:

All publications: